Schilddrüse (Glandula thyroidea)
Schilddrüse (Glandula thyroidea) · Die Schilddrüse (Glandula thyroidea) ist eine endokrine Drüse unterhalb des Kehlkopfs, die die Hormone T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin) produziert. Diese Hormone regulieren den Grundumsatz, die Körpertemperatur, die Herzfrequenz, die Gehirnfunktion und den Stoffwechsel jeder Zelle im Körper.
Die Schilddrüse wiegt beim Erwachsenen etwa 15–25 g und besteht aus zwei Lappen (Lobi), die durch eine Brücke (Isthmus) verbunden sind – ihre charakteristische Schmetterlingsform. Histologisch ist sie aus Follikeln aufgebaut: kugelförmigen Strukturen, deren Wand aus Follikelzellen (Thyreozyten) besteht und deren Inneres mit Kolloid gefüllt ist – dem Speicherprotein Thyreoglobulin, an dem die Schilddrüsenhormone gebunden sind.
Die Hormonproduktion folgt einem mehrstufigen Prozess: Die Follikelzellen nehmen Jodid aus dem Blut auf (über den Natrium-Jodid-Symporter, NIS), oxidieren es zu Jod (mittels des Enzyms Thyreoperoxidase, TPO) und bauen es in Thyreoglobulin ein. So entstehen T4 (mit vier Jodatomen) und T3 (mit drei Jodatomen). Bei Bedarf werden T3 und T4 aus dem Thyreoglobulin freigesetzt und ins Blut abgegeben.
T4 ist das quantitativ dominante Hormon (ca. 90 % der Schilddrüsenproduktion), aber biologisch weniger aktiv als T3. Die Umwandlung von T4 in das aktive T3 erfolgt vor allem in Leber, Niere und Muskulatur durch Dejodinase-Enzyme, die Selen als Kofaktor benötigen. T3 bindet an nukleäre Rezeptoren und reguliert die Genexpression für den Energiestoffwechsel – es steigert die mitochondriale ATP-Produktion, aktiviert die Proteinsynthese und erhöht den Sauerstoffverbrauch.
Die Schilddrüsenfunktion wird über die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse reguliert: Der Hypothalamus produziert TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon), das die Hypophyse zur TSH-Ausschüttung stimuliert. TSH regt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an. Steigende T3/T4-Spiegel hemmen die TSH-Ausschüttung (negatives Feedback). Bei Hashimoto wird dieses Regelwerk gestört: Die Autoimmunzerstörung senkt die Hormonproduktion, der TSH steigt kompensatorisch an.
, Die MOJO Perspektive
Kalorische Restriktion und Fasten reduzieren Entzündungsmarker über Autophagie-Aktivierung und Reduktion von NLRP3-Inflammasom-Signalen. Die Regenerationsmedizin nutzt zyklisches Fasten gezielt als antiinflammatorische Intervention bei chronisch-entzündlichen Zuständen.
Das Wichtigste in Kürze
- 1Die Schilddrüse produziert T4 (Speicherhormon) und T3 (aktives Hormon) – zusammen steuern sie den Energiestoffwechsel jeder Zelle.
- 2Ca. 80 % des aktiven T3 entsteht nicht in der Schilddrüse, sondern durch Konversion von T4 in peripheren Geweben (Selen-abhängig).
- 3Die Regulation erfolgt über die Hypothalamus-Hypophysen-Achse: TRH → TSH → T3/T4 (negatives Feedback).
- 4Thyreoperoxidase (TPO) und Thyreoglobulin (TG) sind die Hauptziele der Autoimmunreaktion bei Hashimoto.
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Quellen & Referenzen
- Williams Textbook of Endocrinology – Thyroid PhysiologyMelmed S., Polonsky K.S., Larsen P.R., Kronenberg H.M. – Elsevier (2016) DOI: 10.1016/B978-0-323-29738-7.00012-8
- Mechanisms of thyroid hormone actionCheng S.Y., Leonard J.L., Davis P.J. – Journal of Clinical Investigation (2010) DOI: 10.1172/JCI44250
- Selenium and thyroid disease: from pathophysiology to treatment
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Arzt · Regenerationsmedizin · Gründer des MOJO Instituts
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