Peristaltik
Peristaltik · Peristaltik beschreibt die koordinierte, wellenförmige Kontraktion der glatten Muskulatur des Verdauungstrakts, die den Nahrungsbrei (Chymus) vom Magen durch den Dünn- und Dickdarm zum Rektum transportiert. Bei IBS ist die Peristaltik oft dysreguliert – zu schnell (Durchfall) oder zu langsam (Verstopfung).
Peristaltik ist das Grundprinzip der Darmtransportfunktion. Die glatte Muskulatur der Darmwand kontrahiert sich ringförmig hinter dem Nahrungsbrei und entspannt sich davor – eine Wellenbewegung, die den Inhalt vorwärts schiebt.
Steuerung:
Die Peristaltik wird auf drei Ebenen koordiniert:
- Interstitielle Cajal-Zellen (ICC): Die „Schrittmacherzellen" des Darms – sie erzeugen rhythmische elektrische Impulse (Slow Waves), die die Grundfrequenz der Kontraktionen bestimmen.
- Enterisches Nervensystem (ENS): Moduliert die Stärke und Koordination der Kontraktionen über den Auerbach-Plexus.
- Autonomes Nervensystem: Parasympathikus (Vagus) fördert Peristaltik, Sympathikus hemmt sie.
Peristaltik bei IBS:
Enck et al. (2016) beschreiben gestörte Motilität als eines der Kernmerkmale von IBS:
- IBS-D: Beschleunigte Peristaltik → schnellere Transitzeit → Durchfall (Darm resorbiert nicht genug Wasser)
- IBS-C: Verlangsamte Peristaltik → verlängerte Transitzeit → Verstopfung (Darm resorbiert zu viel Wasser)
- IBS-M: Wechsel zwischen beiden Mustern
Hochamplitudige propagierende Kontraktionen (HAPCs):
Spezielle starke Kontraktionswellen im Kolon, die „Mass Movements" auslösen – den Transport größerer Stuhlmengen. Bei IBS können HAPCs übertrieben (Durchfall, Krämpfe) oder zu selten sein (Verstopfung).
, Die MOJO Perspektive
Peristaltik ist keine rein mechanische Funktion – sie ist ein Ausdruck des Nervensystems. Stress hemmt die Peristaltik (Sympathikus), Entspannung fördert sie (Parasympathikus/Vagus). In der Regenerationsmedizin betrachten wir Motilitätsstörungen als Nervensystem-Regulationsprobleme: Wer den Vagustonus verbessert, verbessert oft auch die Peristaltik.
Das Wichtigste in Kürze
- 1Koordinierte Wellenbewegung der Darmmuskulatur – gesteuert von Cajal-Zellen, ENS und autonomem Nervensystem.
- 2Bei IBS-D zu schnell (Durchfall), bei IBS-C zu langsam (Verstopfung) (Enck et al., 2016).
- 3Parasympathikus (Vagus) fördert Peristaltik, Sympathikus hemmt sie.
- 4Cajal-Zellen fungieren als Schrittmacher der Darmmotilität.
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Quellen & Referenzen
- Irritable bowel syndromeEnck P., Aziz Q., Barbara G. et al. – Nature Reviews Disease Primers (2016) DOI: 10.1038/nrdp.2016.14
- The Vagus Nerve at the Interface of the Microbiota-Gut-Brain AxisBonaz B., Sinniger V., Hoffmann D. et al. – Frontiers in Neuroscience (2018) DOI: 10.3389/fnins.2018.00049
- Mind-altering microorganisms: the impact of the gut microbiota on brain and behaviour
Wie wir Evidenz bewerten
Wir betrachten Evidenz als Gesamtbild: Mechanistische Studien, Beobachtungsdaten, klinische Erfahrung und – wenn verfügbar – randomisierte Studien fließen gemeinsam in unsere Bewertung ein. Jede Aussage benennt transparent ihre Evidenzbasis.
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Arzt · Regenerationsmedizin · Gründer des MOJO Instituts
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