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Glossar · Diagnosen & Krankheitsbilder

FODMAP

Auch: Fermentierbare Oligo- Di- Monosaccharide und Polyole · FODMAP-Diät · Low-FODMAP · fermentierbare Kohlenhydrate
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Definition

FODMAP · FODMAP steht für Fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole – kurzkettige Kohlenhydrate, die im Dünndarm schlecht absorbiert werden, in den Dickdarm gelangen und dort durch bakterielle Fermentation Gas, osmotischen Wassereinstrom und Darmdehnung verursachen.

Im Detail

Das FODMAP-Konzept wurde von der Monash University (Melbourne) entwickelt und hat die IBS-Ernährungstherapie revolutioniert. Halmos et al. (2014) zeigten in einer randomisierten, kontrollierten Studie, dass eine Low-FODMAP-Diät bei 70 % der IBS-Patienten die Symptome signifikant reduziert.

Die FODMAP-Gruppen:

  • Oligosaccharide: Fruktane (Weizen, Zwiebeln, Knoblauch) und Galakto-Oligosaccharide (Hülsenfrüchte)
  • Disaccharide: Laktose (Milch, Joghurt, Weichkäse)
  • Monosaccharide: Überschüssige Fruktose (Äpfel, Honig, Mango)
  • Polyole: Sorbitol, Mannitol (Steinobst, zuckerfreie Produkte)

Der Mechanismus:
FODMAPs werden im Dünndarm schlecht absorbiert. Sie passieren in den Dickdarm, wo Darmbakterien sie fermentieren → Gasproduktion (Wasserstoff, Methan, CO₂). Gleichzeitig ziehen sie osmotisch Wasser ins Darmlumen → Dehnung der Darmwand → Schmerzen und Durchfall. Bei Menschen mit viszeraler Hypersensitivität (typisch für IBS) wird diese normale Dehnung als Schmerz wahrgenommen.

Das Drei-Phasen-Modell:

  1. Eliminationsphase (2–6 Wochen): Strikte FODMAP-Reduktion
  2. Reintroduktionsphase (6–8 Wochen): Systematisches Wiedereinführen einzelner FODMAP-Gruppen
  3. Personalisierungsphase (langfristig): Individuelle Toleranzgrenzen etablieren

Limitationen:
Die Low-FODMAP-Diät ist kein Dauerzustand. Langfristige strenge Restriktion kann das Mikrobiom negativ verändern (weniger Bifidobakterien). Halmos et al. (2014) betonen die Notwendigkeit der strukturierten Reintroduktion.

, Die MOJO Perspektive

FODMAP ist ein wertvolles diagnostisches und therapeutisches Werkzeug – aber es ist kein Endpunkt. In der Regenerationsmedizin nutzen wir die FODMAP-Eliminationsphase als Informationsquelle: Welche Gruppen triggern, welche nicht? Dann geht es darum, die Ursache der Empfindlichkeit zu adressieren – Dysbiose, viszerale Hypersensitivität, Darmbarriere – statt dauerhaft zu vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Low-FODMAP reduziert IBS-Symptome bei etwa 70 % der Betroffenen (Halmos et al., 2014).
  • 2FODMAPs verursachen Symptome durch bakterielle Fermentation und osmotischen Wassereinstrom.
  • 3Die Diät hat drei Phasen: Elimination, Reintroduktion, Personalisierung.
  • 4Langfristige strenge Restriktion wird nicht empfohlen – sie kann das Mikrobiom negativ verändern.

, Erkennen · Verstehen · Verändern

Erkennen

Du merkst, dass bestimmte Lebensmittel – Zwiebeln, Knoblauch, Weizen, Äpfel, Milchprodukte – regelmäßig Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen? Das könnte auf eine FODMAP-Empfindlichkeit hindeuten – ein typisches Muster bei IBS.

Verstehen

FODMAPs sind kurzkettige Kohlenhydrate, die dein Dünndarm nicht vollständig aufnimmt. Sie wandern in den Dickdarm, wo Bakterien sie fermentieren – es entsteht Gas. Gleichzeitig ziehen sie Wasser in den Darm. Bei einem „normalen" Darm ist das kein Problem. Bei IBS – wo die Darmnerven überempfindlich sind – wird diese Dehnung als Schmerz, Blähung und Unwohlsein wahrgenommen.

Verändern

Die Low-FODMAP-Diät wird am besten strukturiert durchgeführt: 2–6 Wochen Eliminationsphase, dann systematische Reintroduktion einzelner Gruppen. Halmos et al. (2014) zeigten die Wirksamkeit in einer kontrollierten Studie. Eine Begleitung durch eine ernährungstherapeutische Fachkraft wird empfohlen, um eine adäquate Nährstoffversorgung und die korrekte Reintroduktion sicherzustellen.

Quellen & Referenzen

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